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PM vom 04.02.2011Berlin – Zum Auftakt der Tarifrunde für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Forderung nach Lohnzuwächsen in Höhe von im Schnitt fünf Prozent bekräftigt. Zudem habe der Abschluss einer per Tarifvertrag geregelten Länder-Entgeltordnung (L-ego) für die Bildungsgewerkschaft hohe Priorität. „Die Steuerquellen sprudeln: Auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben ein Recht darauf, nach der Krise am wirtschaftlichen Aufschwung teil zu haben. Der Einkommens-Vorsprung der Beschäftigten in der Industrie gegenüber dem öffentlichen Dienst ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Freitag nach den ersten Gesprächen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern in Berlin.
„Die GEW setzt sich insbesondere dafür ein, dass die Einkommensbedingungen für Lehrkräfte zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik tarifiert werden. Es ist ein Anachronismus, dass Arbeitgeber im 21. Jahrhundert nach Gutsherrenart einseitig festlegen, wie Lehrerinnen und Lehrer eingruppiert werden.“ Schaad machte deutlich, dass ein einheitliches Eingruppierungsrecht auch im Interesse der Länder sei: „Der Lehrermangel in Deutschland wird immer größer. Nur wenn wir attraktive Arbeitsbedingungen anbieten, werden sich mehr junge Menschen entscheiden, den Beruf des Lehrers zu ergreifen.“ Sie wies noch einmal darauf hin, dass die Lehrkräfte in den vergangenen Jahren zum Teil erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen mussten.
Die GEW-Tarifexpertin machte deutlich, dass es in dieser Runde darauf ankäme, die Kaufkraft der Beschäftigten und damit die Binnenkonjunktur zu stärken. „Der Aufschwung muss stabilisiert werden. Das geht nur, wenn die Beschäftigten wieder mehr Geld in der Tasche haben“, betonte Schaad.
Info: Die Gewerkschaften verlangen einen Sockelbetrag von 50 Euro und darauf aufsetzend eine Gehaltserhöhung von drei Prozent. Das entspricht einem Volumen von durchschnittlich fünf Prozent Lohnsteigerung. Vertragslaufzeit: 14 Monate.
Bei den Ländern gibt es rund 700.000 Angestellte, für die der Tarifvertrag der Länder (TV-L) gilt. Die Tarifverhandlungen werden für gut 200.000 angestellte Lehrkräfte und über 100.000 wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen geführt. Für die angestellten Lehrkräfte und knapp 8.000 Lehrkräfte für besondere Aufgaben an Hochschulen gilt L-ego bisher nicht.